Reisen in Zeiten des Coronavirus

Sorry, dass ich länger nichts mehr geschrieben habe, aber die letzten Wochen waren doch etwas stressig, denn dank des Coronavirus ist das Reisen inzwischen etwas anders, als geplant. Eigentlich wollte ich jetzt eigentlich irgendwo in Mozambique oder Südafrika sein, aber stattdessen sitze ich bei bestem Wetter in São Paulo. Das hat vor Allem den Grund, dass es aktuell absolut nicht absehbar ist, welche Grenze man überqueren kann und welche nicht. Viele Länder verhängen Einreisesperren für Deutsche, manche nur für Leute, die aus Deutschland einreisen und manche streichen einfach die Flüge (wie Peru). Da sich das quasi stündlich ändert, war eine Reise durch Afrika einfach nicht möglich, besonders mit einem deutschen Pass und einem Singapurstempel drin. Gleiches gilt natürlich für den Rest der Welt.

Um hier nach Brasilien zu kommen, mussten wir einen Zwischenstopp in Südafrika einlegen, das war natürlich ganz nett, um den Jetleg etwas abzumildern, allerdings saß ich die ganze Zeit auf heißen Kohlen, ob ich denn nach Brasilien einreisen darf. Die Einreise nach Südafrika war kein Problem. Es wurde lediglich vor dem Aussteigen die Temperatur gemessen. Die Situation in Südamerika schien sich aber ständig zu ändern. Besonders, als der faschistische Präsident Brasiliens im Verdacht stand am Coronavirus erkrankt zu sein ,wurde es etwas brenzlig, denn dieser Mensch ist genauso ausrechenbar wie sein faktenirgnorierendes Pendant in den USA. Dementsprechend war das erste, was ich am Flughafen gecheckt habe, ob ich nach Brasilien einreisen darf. War alles kein Problem….zum Glück.

Ach ja: Fliegen! Ist aktuell wirklich etwas merkwürdig. Die Flughäfen sind logischer Weise wesentlich leerer und fast alle tragen Masken. Was in Asien ja noch ziemlich normal ist, war in Afrika und Brasilien schon etwas merkwürdiger. Um an Masken zu kommen, braucht man schon fast gute Verbindungen. In Afrika gabe es keine, aber zum Glück hat mir mein Freund Zhang in Singapur welche geben könnnen, denn dort gab es auch fast keine mehr zu kaufen. Ähnlich sieht es mit Desinfektionsmittel aus, aber da macht sich das Chemiesstudium und Marys Pharmaziestudium bezahlt…das können wir selber machen. Beim Einsteigen ins Flugzeug ist überigens alles entspannter, denn die Leute halten meistens einen Meter oder mehr Abstand. Besonders natürlich, wenn mal jemand niesen muss. Da erwischt man sich schon selber dabei, dass man denkt: „Hoffentlich hat der / die nicht Corona.“ Es ist natürlich sehr unwahrscheinlich und irgenwie ärgere ich ich selber bisschen über die Gedanken, aber ist halt so. Ein weiterer wirklich netter Nebeneffekt ist, dass es Schlangen an den Waschbecken (sogar im Männerklo) gibt. Und bevor ich es vergesse. Ich habe Fotos in Singapur machen können, die sehen aus wie gephotoshopped, denn es sind absolut keine Touristen auf dem Bild zu sehen und das an Orten, die sonst nur so von Touristen wimmeln.

Durch das viele Reisen ist die Chance, dass wir uns infiziert haben natürlich etwas erhöht im Vergleich zu den anderen Menschen hier in São Paulo. Wir könnten also theoretisch infiziert sein ohne es zu wissen, auch wenn die Chance sehr gering ist, da wir eigentlich nie in einem Risikogebiet waren. Trotzdem haben wir uns dazu entschieden erstmal nicht viel hier zu unternehmen und besonders ältere Menschen zu meiden. Wir werden also keine Ubahn fahren und Marys Eltern erst nächste Woche treffen. Es ist mir lieber eine Woche hier zu bleiben, als das Risiko einzugehen jemand angesteckt haben zu können. Außerdem gibt es auch schlimmeres, als die Zeit am hauseigenen Pool und Fitnessstudio zu verbringen.

Mein Visum hier läuft allerdings Ende März aus, somit muss ich erstmal das Land verlassen und kann eine gute Woche später wieder einreisen. Mein Plan ist nach Peru zu fliegen und über Land wieder einzureisen. Ich bin gespannt, ob das klappt… Hab ja wenig Lust an der Grenze zu stehen und nicht wieder nach Brasilien gelassen zu werden…. Bin gespannt

Leben in einer Stadt mit 27 Millionen Menschen – Sao Paulo

Nach viel Reisen haben wir uns dazu entschlossen in Sao Paulo bis Januar Pause zu machen, damit wir Marys Familie besuchen können und damit ich in die Sprachschule gehen kann.

Was einem hier als Erstes auffällt, ist, dass die Stadt einfach kein Ende nimmt. Man fährt eine Stunde geradeaus und ist quasi immer noch in Sao Paulo. Allerdings ist das mit dem Fahren so einen Sache, denn die Straßen, Züge und einfach alles ist immer super voll. Man richtet hier seine Termine danach, ob gerade Rush hour ist  oder nicht. Um das mal bisschen besser darzustellen: Sao Paulo ist ungefähr doppelt so groß wie Berlin, hat aber fast 10 mal so viele Einwohner. Da helfen auch die 5 Ubahnlinen und die 6 Sbahnen nicht viel. Dabei fahren die Ubahnen quasi im Minutentakt und die Sbahnen alle 5 Minuten.  Allerdings ist die Ubahn das beste Fortbewegungsmittel, auch wenn man sich ziemlich quetschen muss und manchmal erst in die fünfte Ubahn kommt (wobei das ja auch nur 5-10 Minuten Warten heißt). Das Auto ist nur selten eine gute Alternative, denn die Straßen sind noch voller, besonders zur Rush hour. Wobei man kann sich die Zeit damit vertreiben einzukaufen, denn im Stau wird einem alles angeboten: Getränke, Handtücher, Essen, Handyzubehör usw., außerdem wird man durch die ganzen Straßenkünstler gut unterhalten. Wobei man hier etwas anders fährt, wenn es dunkel wird: Man versucht gefährliche Gegenden zu vermeiden, indem man Umwege fährt, steckt in gefährlichen Gegenden die Handys weg und hält nicht an Ampeln. So raten einem die omnipräsenten Uber-Fahrer häufig, die Favelas zu umfahren.

Das hier ist Umsteigen außerhalb der Rush hour

Wir waren insgesamt 2 Monat hier in und wir wohnten hier in zwei Gegenden. Die erste bestand aus vielen kleinen Häusern und war relativ grün. Dort konnte man wirklich gut wohnen, besonders, weil der Weg zur Ubahn schnell mit dem Bus zu machen war. Die zweite Gegend war etwas anders. Sie besteht aus vielen Hochhäusern, die voll sind mit Apartments. Diese sind umzäunt und mit Security gesichert (auch wenn die Gegend sehr sicher ist). Innnen gibt es jeden Luxus: Aufenthaltsräume, jede Menge Personal, Pool, Fitnesstudio, Spielplätze usw.. Die ganzen Hochhäuser sind eher für Leute mit mehr Geld und häufig in besseren Gegenden.  Das ist für mich generell merkwürdig. Alles hier ist abhängig vom Geld. Jede gesellschaftliche Klasse geht in ihre eigenen Einkaufszentren, Stadtviertel, Schulen usw. Man kommt nur selten in Kontakt mit Leuten aus anderen gesellschaftlichen Klassen, es sei denn die Reinigungskraft bring mal ihre Enkelin oder so mit.  Insgesamt sind die Unterschiede hier schon sehr krass. Es gibt wirklich viel Armut, aber direkt nebenan jede Menge Leute, die nicht wissen wohin mit dem Geld (was gerne mal durch krumme (Politik-)Deals gemacht wurde).

Sehr lustig ist hier das Essen bestellen. Freitags ist hier immer eine Schlange mit Lieferjungs vor dem Wohnkomplex. Die dürfen hier nicht rein und warten, dass das Essen am Eingang abgeholt wird. Insgesamt kann man sich hier alles liefern lassen und muss das Haus quasi garnicht verlassen. Dabei gibt es hier wirklich viele tolle Sachen. Die Bäckerei zum Beispiel, in der man frühstücken, einkaufen, mittag essen, Bier trinken und zu abend essen kann.  Hier trifft man sich quasi den ganzen Tag. Außerdem gibt es die Botecos. Das ist quasi ne Mischung aus Restaurant und Bar mit Tischen und Stühlen.

Die Sache, die mir hier am Besten gefällt, ist, dass quasi jeder Mensch auf der Welt auch Brasilianer sein könnte. Es gibt hier verschiedene Gruppen etnischer Herkunft: brasilianische Ureinwohner natürlich (auch wenn die unter dem rassistischen Ignoranten Bolsonaro ein wirklich schweres Leben haben), Portugiesen, Spanier,Afrikaner (Nachfahren der ehemaligen Sklaven), Deutsche, Japaner, Koreaner, Chinesen und sogar Osteropäer. Dazu kommt natürlich der Mix von all diesen. Das macht sich natürlich auch in der Architektur bemerkbar. Hier Bilder aus dem japanischen Viertel (Insgesamt gibt es 2 Millionen Menschen japanischer Abstammung in Brasilien).

Ach ja, das Wetter: Ich dachte eigentlich, dass es im Sommer in Brasilien so richtig heiß und trocken ist…. Pustekuchen. Es hat viel geregnet und so richtig heiß war es nur ein paar Tage. Zwischenzeitlich war es wirklich wie in Hamburg (19° und Regen den ganzen Tag). Allerdings meinten die Brasilianer, dass es eher ungewöhnlich ist für den Sommer, dass es so oft so kalt ist. Der Regen ist allerdings im Sommer häufig und wenn es regnet, dann meistens richtig.. also wirklich richtig. Es schüttet quasi wie aus Eimern und die Straßen verwandeln sich innerhalb von Minuten in Flüsse, so dass man schnell mal bis zum Knöchel in Wasser steht. Das wird natürlich noch dadurch gefördert, dass es keine Kanalisation gibt und das Wasser über die Straßen abfließt. Zum Glück ist der Regen relativ schnell wieder vorbei und man kann das Schlauchboot wieder einpacken.

Nach zwei Monaten in São Paulo kann ich sagen, dass es mir echt gut gefallen hat und es sich echt gelohnt hat so lange hier zu bleiben. Die Leute sind einfach so nett und freuen sich riesig, wenn man Portugiesisch lernt. An Übung hat es nicht gemangelt, denn jeder möchte sich mit einem unterhalten, egal ob Tennisprofi, Uberfahrer, Zeitungsverteiler, Biertrinker, Kokosnussverkäufer etc…. Ingesamt hat es mich wirklich ein bisschen gewundert, dass sich die Stadt meiner Meinung nach nicht wirklich von europäischen Großstädten unterscheidet. Es könnte sich genauso gut um Madrid oder Rom handeln. Allerdings nur, solange man sich im Zentrum aufhällt. Es gibt quasi alles, was es auch in Europa gibt (Coffeeshops, fancy Restaurants, Fitnessstudios, schöne Parks, historische Gebäude, Fahrradwege, E-Scooter etc…..). Aber auf Dauer leben könnte ich hier nicht…ist irgendwie doch eine Nummer zu groß 😉

Ab zu den Walen nach Puerto Madryn

Unsere letzte Station in Patagonien war Puerto Madryn und die Valdés Halbinsel. Um dorthin zu kommen brauchten wir allerdings fast zwei Tage, inklusive Nachtbus und einer Übernachtung. Dafür hatten wir dann zum ersten Mal seit Langem wieder Sommerwetter. Shorts im November ist schon irgendwie komisch. In Puerto Madryn selber kann man am Strand liegen und bei 10°C warmem Wasser die Füße ins Wasser halten, bei Bedarf mit Seelöwen im Trockenanzug tauchen oder auf die Valdes Halbinsel fahren, um sich dort eine Vielzahl von Tieren in freier Wildbahn anzugucken. Das haben wir dann auch gemacht. Das ganze kann man entweder per überteuerter Tour machen oder sich ein Auto mieten. Das haben wir dann zusammen mit Alicia aus Barcelona gemacht, um die Kosten zu teilen und Gesellschaft zu haben. Das Highlight auf der Halbinsel sind die Orcas, die am Strand Seelöwen jagen.

Gesehen haben wir das ganze leider nicht… auch wenn wir wirklich von morgen bis abends auf das Meer geschaut haben, um die Orcas zu sehen. Leider war das n Satz mit X. Aber dafür haben wir beim Warten und auf dem Weg viele andere Tiere gesehen. Mein Favorit sind auf jeden Fall die lachenden Seelöwen.

Sehr gut war auch dieses Naturschauspiel:

Auf dem ersten Bild zu sehen: Die Eidechse. Auf dem Zweiten: Die Schlange. Auf dem Dritten: Beide zusammen.

Aber bisschen enttäuschend war es schon so lange zu warten und dann leider keine Orcas zu sehen, aber ist halt Natur…. Am nächsten Tag haben wir uns dann entschlossen ne sichere Nummer zu machen und sind per Boot Wale anschauen gefahren. Da die Glattwale (Südkarper) ihren Nachwuchs um die Halbinsel herum aufziehen, wimmelt es hier nur so von Walkälbern und ihren Müttern. Da die Mütter immer mal wieder auf Nahrungssuche sind und sich dafür vom Kalb entfernen müssen, rufen die Kälber ihre Mutter, indem sie mit den Flossen auf das Wasser schlagen oder aus dem Wasser springen und ähm…..einen Bauchplatscher machen. Ganz wie im Freibad. Arschbombe geht leider nicht 😉 Da die Wale überhaupt keine Probleme mit den Booten haben, kommen sie auch wirklich nahe und es ist krass so ein großes Tier von so nah zu sehen.

Ach ja, diese Seelöwen haben wir auf dem Rückweg auch noch gesehen.

Ingesamt echt beeindruckend, wie viele Tiere man in freier Wildbahn auf der der relativ kleinen Halbinsel sehen kann. Absolut empfehlenswert.

Das war dann auch erstmal unsere letzte touristische Station in Südamerika. Mit einem entspannten 20 stündigen Bus sind wir dann wieder nach Buenos Aires, haben dort einen Tag entspannt und sind dann weiter nach Sao Paulo geflogen. Eigentlich wollten wir den Bus nehmen, aber das hätte leider 2 Tage gedauet und somit haben wir bei einem Angebot von Air Ethiopia zugeschlagen, die überraschender Weise von Buenos Aires nach Sao Paulo fliegen. Hier ist dann erstmal Sprachschule und bisschen alltägliches Leben angesagt. Darüber schreibe ich dann mal, denn hier in einer Stadt mit 20-30 Millionen Einwohner ist alles bisschen anders.

Eis und Schnee in El Calafate und El Chalten

Von Puerto Natales ging es in Richtung El Calafate. Wieder durch diese wunderschöne Natur und durch viel Nichts.

Auch El Calafat ist, wie nahezu alle Orte hier, von Bergen umgeben und liegt an einem See. Wirklich sehr malerisch. Bekannt ist der Ort für den riesigen Gletscher „Perito Moreno“, der, im Gegensatz zu den meisten anderen Gletschern, nicht an Größe verliert. Dieses riesige Schneefeld ist schon sehr beeindruckend. Im See vor dem Gletscher sieht man jede Menge kleine und große Eisstücke schwimmen, die vom Gletscher abbrechen. Ein wirklich tolles Spektakel. Dazu kommt noch, dass direkt vor unserer Nase ein Condor vorbeifliegt. Das gleiche passierte mit 6 Condoren in El Chalten. Oh mann, da hätten wir uns die Nahtoderfahrung und den riesen Aufriss fast sparen können in Arequipa 😀

Ansonsten gibt es in El Calafate nicht viel zu sehen, also geht es weiter nach El Chalten. Das ist ein kleiner Ort ca. 2 Std. entfernt und umgeben von vielen Bergen und Seen, die zum Wandern einladen. Das Szenario ähnelt ein bisschen dem Nationalpark Torres del Paine in Chile, ist aber ohne Eintritt und überteuerten Übernachtungen.

Man kann hier unzählige Wanderungen machen, wir haben die bekanntesten gemacht. Leider war das Wetter nicht mehr ganz so toll, wie in den Tagen davor, sodass wir nach der teilweise echt anstrengenden 4 stündigen Wanderung leider nur diesen Ausblick hatten 😀

Echt cool war allerdings die zugefrohrene Lagune und der tolle Weg dahin. Auch die anderen Wanderungen waren trotz des schlechten Wetters mit Schnee und Co. echt schön.

Lustig zu sehen war die unterschiedliche Vorbereitung der Leute auf die Wanderungen. Manche kamen in Turnschuhen und mit Shorts, andere (wie wir) waren so halb vorbereitet mit wetterfester Kleidung und Wanderschuhen und wieder andere waren ausgestattet, als würden sie den Mount Everest besteigen. Schwer angesagt sind auf jeden Fall diese Wanderstöcke…die scheint fast jeder zu haben, allerdings zieht die Hälfte der Leute die Stöcke nur hinter sich her.

Nach dem ganzen Wandern haben wir uns entschieden an die Küste zu fahren…damit geht´s dann beim nächsten Eintrag weiter.

Auf nach Chile

Nach ein paar tollen Tagen auf Feuerland sind wir dann auf´s Festland nach Chile gefahren. Die nächstegelegene Stadt ist Punta Arenas. Auf der 11 stündigen Fahrt kommt man ziemlich genau an einer Stadt vorbei und ansonsten an ziemlich viel Nichts. Aber die Landschaft ist einfach toll. Die große Weite hat schon was, dabei kommen immermal Guanacos (eine Art Lama), Flamingos,Schafe, Nandus (sowas wie ein Strauß) und wilde Pferde vorbei.

Zwischendruch kommt die Grenze, die aus 2 Häuschen im nirgendwo bestehen. Kein Wunder, dass dort niemand leben will, denn neben dem recht lebensfeindlichen Bedingungen gibt es nahezu immer unfassbar starke Winde, sodass man sich schon ordentlich nach Vorne lehnen muss, um nicht umzufallen. Schon bisschen lustig. Im Vorhinein wird man vor den chilenischen Grenzern gewarnt, die es sehr genau mit dem Import von Lebensmitteln nehmen sollen. Also haben alle im Bus vor der Grenze ihren Proviant aufgefuttert. Am Ende haben sie aber nur nach Früchten gefragt und die hat eh keiner, weil sie zu teuer sind. Schließlich kommt man dann auf einmal in einer wirklich großen Stadt an. Dort kann man verschiedene Sachen unternehmen, die alle wirklich teuer sind. Deutlich teurer als in Argentinien. Wir wollten hier aber unbedingt die Pinguine auf einer Insel sehen und haben dann eine Bootstour dorthin gemacht. Und das hat sich absolut gelohnt. Die Magelanpinguine haben, wie alle Pinguine, fest Kolonien, zu denen sie zurückkehren. Dort haben sie kleine Erdhöhlen und zeihen ihren Nachwuchs auf. Diese kleinen, tollpatschigen Vögel sind echt der Hammer, aber guckt einfach selber.

Auf der Insel fiel uns dann auf wie gut es war, dass wir unsere Skiunterwäsche für extra kalte Tage durch ganz Südamerika transportiert haben. Es war wirklich ar…kalt.

Nach den Pinguinen sind wir weiter nach Puerto Natales, wo wir uns den Nationalpark „Torres del Paine“ anschauen wollten. Dort kann man entweder mehrere Tage bleiben und eine mehrtägige Wanderung (den W-Trek) machen oder man kommt nur für einen Daytrip. Da wir uns Campingsachen hätten mieten müssen und es mit -5°C wirklich kalt nachts war, haben wir den Daytrip gemacht. Torres del Paine ist ein ziemlich teurer Spaß. Der Eintritt in den Nationalpark kostet 25€, das Gleiche muss man nochmal für den Bus bezahlen und wenn man mit einem Boot zu einem anderen Ort will, sind nochmal knapp 50€ fällig. Das ganze, um Wandern zu dürfen, aber es lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn es etwas ziemlich ähnliches in Argentinien ohne Eintritt und Bus gibt. Ach ja, man kann dort natürlich auch übernachten: Im gemieteten Zelt für 45€ pro Person, im Mehrbettzimmer für 150€ oder im Hotel ab 300€ pro Nacht 😀

Aber nun zum wirklich wichtigen Teil, der Wanderung. Diese ist wirklich super. Man geht erst durch die Ebene, dann durch ein Tal und schließlich hoch zu einer Lagune, hinter der die 3 Türme (Torres) sind. Ein super toller Anblick, auch wenn der Weg dahin schwierig und zwischenzeitlich auch sehr voll ist. Bisschen schwierig war der letzte Teil, auf dem Eis und Schnee waren. Aber nach 4 Stunden haben wir es dann geschafft und hatten bestes Wetter. Wir haben uns eigentlich für die angekündigeten -3 bis +5°C angezogen…. Am Ende war es fast war genug für ein T-Shirt 😀

Am Ende des Tages ist man ziemlich kaputt, aber auch froh so was tolles gesehen zu haben. Das gute hier Patagonien ist, dass man Bergwelten sehen kann ohne mit der Höhenkrankheit kämpfen zu müssen. Man ist noch nicht mal auf 1000m. Hessischen Höhen quasi 😉

Die Tage in Chile waren zwar teuere, aber auch wirklich beeindruckend. Ich bin sehr froh, dass wir den Abstecher hierher gemacht haben. Weiter geht es dann wieder in Argentinien mit mehr Eis und Schnee….

Von Buenos Aires ans Ende der Welt

Von Uruguay aus ist es am Einfachsten, wenn man die Fähre über den Rio de la Plata nimmt. Das ist super unkompliziert, aber auch etwas wackelig. In dem Shop auf der Fähre, sieht es aus, als wären alle besoffen, weil sie nur hin- und herwanken. In Buenos Aires angekommen bemerkt man gleich das „große“ Talent der Argentinier für gute Organisation. Im Umkreis von einem Kilometer gibt es keine Buskarten, ohne die man den Bus nicht nehmen kann. Nach einem kleinen Spaziergang haben wir dann die Karte bekommen und konnten durch die riesige Stadt zu unserer Wohnung fahren. Weil mein alter Arbeitskollege Till in Buenos Aires wohnt, haben wir uns neben ihm in Belgrano einquartiert. Ziemlich tolles Viertel, wie Buenos Aires insgesamt. Es gibt viel Grün in der Stadt und man bekommt alles, was man haben will. Wir wohnten zum Beispiel direkt neben Chinatown und hatten somit jede Menge asiatisches Essen. So richtig viele touristische Dinge haben wir nicht gemacht, außer nach La Boca zu fahren und ein bisschen die Innenstadt zu erkunden. Ansonsten haben wir wunderschön alltägliche Dinge wie Wäschewaschen, Einkaufen oder Kaffeetrinken gemacht. Das war nach so viel Reisen am Stück auch mal wirklich schön.

Ein bisschen knifflig ist es in Argentinien an Geld zu kommen, ohne 10-20% an Gebühren zu zahlen. Wir haben uns in Uruguay mit Dollarn eingedeckt und zahlen alles, was geht, mit Karte. Wegen der hohen Inflation (besonders vor der Wahl) ist hier eigentlich jeder froh an Dollar zu kommen, sodass man einen guten Wechselkurs bekommt. Oft kann man auch in Dollar, Euro oder brasilianischen Reals zahlen.

Morgens um 4 ging dann unser Flieger ans Ende der Welt und bereits der Anflug auf Ushuaia war spitze. Fjorde, Meer, Berge und Schnee soweit man gucken kann.

Bereits beim Anflug bekommt man eine Idee, wie hier das Wetter ist: mega windig und kalt. Wirklich warm wird es hier auch im Sommer nicht. Der Wind ist so stark, dass die Bäume schief wachsen. Außerdem ändert sich das Wetter wirklich ständig. Bei einer Wanderung im Nationalpark hatten wir innerhalb einer halben Stunden einen Schneesturm, Regen, Orkanwinde und T-Shitwetter… Da hat man sich gerade für den Schneesturm angezogen, kommt die Sonne wieder raus und man kann im T-Shirt da stehen. Echt krass!

Feuerland und Patagonien sind etwas ganz anderes, als wir bisher gesehen haben. Wirklich endlose Weiten, kaum besiedelt und eine ganz andere Flora und Fauna (wilde Pferde, Guanacos, Pinguine, Nandus etc…). Eine echt tolle Abwechslung und wir sind echt froh den Weg hierher gemacht zu haben. Wir sind davon ausgegangen, dass hier alles wirklich teuer ist und frisches Obst bzw. Gemüse Mangelware ist, weil alles per Schiff kommen muss. Wir haben uns deswegen in Buenos Aires ordentlich mit Lebensmitteln eingedeckt. Tja, in Ushuaia im Supermarkt stellten wir dann fest, dass dieser sogar billiger und frischer als in Buenos Aires war 😀

In den Tagen in Ushuaia sind wir in auf einen Gletscher gegangen (ne gute Stunde von unserer Unterkunft) und in den Nationalpark. Guckt euch einfach die Bilder an, die sagen alles:

Ushuaia und Feuerland war echt toll, weiter geht´s jetzt auf die chilenische Seite Patagoniens….gleich nebenan, 10 Std. Fahrt 😀

Die letzte Mission und dann nach Uruguay

Nach den Iguazufällen sind wir weiter nach Süden zu einer weiteren Jesuitenmission in San Ignacio Mini. Prinzipiell war es das Gleiche, wie in Paraguay, allerdings etwas schicker aufgemacht. Dazu haben wir in einem mega schönen Hostel mit Pool und Co. übernachtet, in dem wir auch den ganzen Tag bis zu unserer Weiterfahrt entspannen konnten.

Ansosnten war der Ort ziemlich unspektakulär und wir haben unsere Weiterfahrt geplant. Es ging über Nacht nach Concordia, wo wir über die Grenze nach Salto wollten. Dort wollten wir eigentlich bleiben und uns in den heißen Quellen entspannen, allerdings haben wir uns wegen des Wetters (war echt brütend heiß) und den echt teuren Übernachtungsmöglichkeiten dazu entschieden direkt weiter nach Montevideo zu fahren. Zum Glück haben alle Busse in Uruguay Wlan, sodass es nicht zu langweilig wurde. Aber die 1300km waren schon anstrengend. Angekommen in Montevideo waren wir etwas verwirrt, denn die Stadt glich einer Geisterstadt und das an einem Samstagabend. Im Hostel wurden wir aufgeklärt: Am Tag vor den Wahlen und am Wahltag darf kein Alkohol ausgeschänkt werden, was dazu führte, dass einfach mal 90% aller Läden dicht waren…. Unfassbar. Der Sonntag war genau das Gleiche, also haben wir schön entspannt und erst am Montag etwas die Stadt angeguckt. Sonderlich spektakulär war sie allerdings nicht.

Also sind wir weiter nach Colonia de Sacramento, einer Stadt mit durchwachsener Geschichte. Hier waren quasi alle mal: Spanier, Portugiesen, Argentinier, Brasilianer… Das kann man noch ganz gut sehen, da man von jedem Baustil noch etwas erkennt.

Und nach 2 kurzen Tagen sind wir dann auf die Fähre nach Buenos Aires gegangen, allerdings nicht, ohne vorher nochmal ordentlich USD mitzunehmen, denn Geld abheben in Argentinien ist wirklich schwer und bei der Inflation ist es immer gut Devisen zu haben. Unser Plan ist: Alles mit Karte zahlen und immer kleine Mengen USD wechseln. Mal gucken, ob das klappt.